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Zukunftsprogramme

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Der us-amerikanische Weltbürger Buckminister Fuller hat den Begriff “Raumschiff Erde” erfunden, die Erde als wunderschönes Schiff anzusehen, das gut gesteuert werden müsse, um endlich die Grundbedürfnisse aller Menschen zu decken. Konzerne und Staaten machten sich darüber ja keine Gedanken um die Erde, sondern nur ihre Geschäftsziele, die Probleme ihres Staates, nicht die des Raumschiffes Erde.  Ich möchte der Menschheit wirklich helfen, sich selbst zu erkennen und zu begreifen, dass wir kein anderes haben als unser kleines Raumschiff Erde, auf dem wir mit etwa 60 Tausend Meilen in der Stunde um die Sonne brausen!

Vor allem und immer wieder ging es Fuller darum, die dringendsten Probleme der Menschheit zu lösen: absolute Armut etwa und damit den Hunger weltweit endlich abzuschaffen; den Lebensstandard aller Menschen in ungeahnter Weise zu erhöhen: Es ist sehr wohl möglich und überaus vernünftig der ganzen Menschheit einen höheren Lebensstandard zu verschaffen, ohne dass dabei einer den anderen ausbeutet, sodass sich alle an der Welt erfreuen.

Natürlich hat unser Versagen viele Ursachen, aber eine der wichtigsten liegt darin, dass die Gesellschaft meint, Spezialisierung sei der Schlüssel zum Erfolg. Sie übersieht dabei, dass Spezialisierung komprehensives, das heißt umfassendes Denken ausschliesst. Das bedeutet, dass die potentiell intergrierbaren technisch-ökonomischen Vorteile, die aus den Myriaden von Spezialisierungen erwachsen, gar nicht integrativ begriffen und deshalb nicht verwirklicht werden, oder nur auf negative Weise – durch neue Waffenausrüstungen oder durch die industrielle Unterstützung der Kriegstreiberei.

Alle Universitäten sind zunehmend auf immer feinere Spezialisierung ausgerichtet worden. Die Gesellschaft nimmt an, diese Spezialisierung sei natürlich, unvermeidlich und wünschenswert. Aber wir beobachten ja schon bei einem kleinen Kind, dass es an allem interessiert ist und im unmittelbaren Auffassen, Begreifen und Koordinieren seinen Erfahrungsschatz ständig erweitert.

Weil unsere Neugier und unserer angeborener Forscherdrang von frühester Kindheit an gebremst worden ist, bringen wir es im allgemeinen nicht fertig, unserem Potential entsprechend zu denken, sagt Fuller: Es fällt uns leichter in dieser Gesellschaft, an unseren kurzsichtigen Vorstellungen und engen Spezialisierungen festzuhalten und es anderen – in erster Linie den Politikern – zu überlassen, einen Weg aus dem gemeinsamen Dilemma zu finden. Diese Neigung der Erwachsenen zur Engstirnigkeit hat freilich keine Perspektive, weshalb sich Bucky, wie er sagte, in “kindlicher” Hoffnung bemühte, diesem Treiben etwas entgegenzusetzen.

Eines der wichtigsten Motive des Menschen ist es, zu verstehen   und verstanden zu werden. Alle anderen Lebewesen sind für hochspezialisierte Aufgaben bestimmt. Nur der Mensch scheint als komprehensiv Verstehender zur Koordination der lokalen Angelegenheiten des Universums geeignet zu sein. Wäre der Mensch im Gesamtplan der Natur als Spezialist gefragt, dann hätte sie ihn dazu gemacht; sie hätte ihn mit einem Auge zur Welt gebracht und mit einem daran befestigten Mikroskop.

Ich versuche nie, jemandem zu sagen, was er zu tun hat – und zweitens: darum dreht es sich ja beim Individuum: dass es sich einbringt. Jeder von uns hat etwas beizutragen. Doch das hängt vom selbständigen Denken Jedes Einzelnen ab, und nicht davon, irgendwelchen Regeln zu folgen, oder gar meinem Kommando.

Wir sind alle Pioniere, wir alle sind Teil dieses großen unglaublichen Geheimnis, und ganz gleich was ein Mensch auch tut, stets trägt er dazu bei, wie sich alles entwickelt und später ergibt auf der Welt, immer und überall.

File:BuckminsterFuller flipped.jpg

http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Buckminster_Fuller

Nord-Süd-Kommission

Die Bemühungen Willy Brandts um eine weltpolitische Zusammenarbeit, die er nach seinem Rücktritt vom Amt des Bundekanzlers intensiviert hat, finden weltweite Beachtung. Im Jahre 1977 bittet Robert McNamara, der Präsident der Weltbank, Willy Brandt, den Vorsitz einer “Unabhängigen Kommission für Internationale Entwicklungsfragen” (“Nord-Süd-Kommission”) zu übernehmen. Brandt hat zu diesem Zeitpunkt bereits eine Vielzahl politischer Verpflichtungen zu erfüllen. Er ist Vorsitzender der SPD, Präsident der Sozialistischen Internationale, Mitglied des Deutschen Bundestages und kandidiert auf Platz 1 der SPD-Liste zur ersten direkten Wahl des Europäischen Parlamentes. Gleichwohl sagt Brandt zu, diese zusätzliche Aufgabe zu übernehmen.

Willy Brandt kann für eine Mitarbeit in der Nord-Süd-Kommission namhafte Politiker und Experten aus verschiedenen Entwicklungs- und Industrieländern gewinnen. Die Beratungen nehmen über zwei Jahre in Anspruch. Am 12. Februar 1980 legt die Kommission in New York dem Generalsekretär der Vereinten Nationen den “Nord-Süd-Bericht” vor. Sein vollständiger deutscher Titel lautet: “Das Überleben sichern. Gemeinsame Interessen der Industrie -und Entwicklungsländer”. Die Studie wird allgemein unter dem Namen “Brandt-Report” bekannt und erregt weltweit große Aufmerksamkeit.

Der Brandt-Report zieht eine Bilanz der Entwicklungspolitik und verlangt, die unterpriviligierten Länder des Südens in die Weltwirtschaft zu integrieren. Die Nord-Süd-Kommission verspricht sich davon die notwendige Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Situation in den benachteiligten Ländern. Zugleich wird von den reichen Industrieländern des Nordens gefordert, ihre Mittel und Macht mit den Ländern des Südens zu teilen. Der Bericht enthält ein Bündel von Vorschlägen zur Reform und Umgestaltung des Weltwirtschaftsystems und bewertet die Einführung einer neuen Weltwirtschaftsordnung als wichtigen Beitrag, um das gemeinsame Überleben der Menschheit zu sichern. Dabei wird auf den Zusammenhang von Hochrüstung und Armut in den Ländern der Dritten Welt hingewiesen: Eine weltweite Abrüstung setze große Geldsummen frei, die für die Entwicklung der Dritte-Welt-Länder aufgewandt werden könnten.

Willy Brandt schreibt im Vorwort der umfangreichen Ausarbeitung: “Unser Bericht gründet sich auf das wohl einfachste gemeinsame Interesse: Daß die Menschheit überleben will und – wie man hinzufügen könnte – auch die moralische Pflicht zum Überleben hat. Dies wirft nicht nur die klassischen Fragen nach Krieg und Frieden auf, sondern schließt auch ein, wie man den Hunger in der Welt besiegt, wie man das Massenelend überwindet und die herausfordernden Ungleichheiten in den Lebensbedingungen zwischen Reichen und Armen. Auf einen einfachen Nenner gebracht: Dieser Bericht handelt vom Frieden.”

http://bio.bwbs.de/bwbs_biografie/Nord-Sued-Kommission_B368.html

 

Nord-Süd-Kommission

Die Nord-Süd-Kommission (N.-S.-K., auch Brandt-Kommission) war eine unter dem Vorsitz Willy Brandts 1977 gegründete „Unabhängige Kommission für Internationale Entwicklungsfragen“. Sie wurde unter Anregung des damaligen Weltbank-PräsidentenRobert McNamara ins Leben gerufen und widmete sich entwicklungspolitischen Problemen.

Politische Arbeit[Bearbeiten]

Nach über zwei Jahren legte die Kommission am 12. Februar 1980 in New York City dem Generalsekretär der Vereinten Nationenden 1. Nord-Süd-Bericht (Brandt-Bericht oder Brandt-Report) mit dem Titel „Das Überleben sichern“ vor. Mit dem Bericht wurde die Aufmerksamkeit auf die aktuellen Probleme der Dritten Welt gelenkt. Er bot als Lösungsmöglichkeit unter anderem eine neue Weltwirtschaftsordnung an und forderte den Einbezug der Länder des Südens.

Vor dem Hintergrund der sich wieder verhärtenden Ost-West-Fronten wurden die Vorschläge in der westlichen Staatenwelt jedoch mit Skepsis betrachtet, da sie sozialistisch angehaucht erschienen.[1] Teils wegen fehlender Mittel, teils wegen wirtschaftsliberalerEinstellungen unterstützen einige westliche Regierungen die Vorschläge zur Neuordnung des Weltwirtschaftssystems nicht.

Nach dem Ausgang des Nord-Süd-Gipfels 1981 im mexikanischen Cancún beschloss die Kommission, ihre Arbeit fortzusetzen und erneut zu Maßnahmen zur Bewältigung schwerer Probleme der Weltwirtschaft aufzurufen.[2] Der 2. Brandt-Bericht der Nord-Süd-Kommission erschien 1982 unter dem Titel „Hilfe in der Weltkrise“.

Mitglieder[Bearbeiten]

Der Nord-Süd-Kommission gehörten 18 Politiker und Wissenschaftler aus Entwicklungs- und Industrieländern an:

  1. Willy Brandt (Bundesrepublik Deutschland)
  2. Abdalativ Y. Al-Hamad (Kuwait)
  3. Rodrigo Botero (Kolumbien)
  4. Antoine Kipsa Dakouré (Obervolta)
  5. Eduardo Frei Montalva (Chile)
  6. Katharine Graham (USA)
  7. Edward Heath (Großbritannien)
  8. Amir H. Jamal (Tansania)
  9. Khatijah Ahmad (Malaysia)
  10. Lakshmi Kant Jha (Indien)
  11. Adam Malik (Indonesien)
  12. Haruki Mori (Japan)
  13. Joe Morris (Kanada)
  14. Olof Palme (Schweden)
  15. Peter G. Peterson (USA)
  16. Edgar Pisani (Frankreich)
  17. Shridath Ramphal (Guyana)
  18. Layachi Yaker (Algerien)

Ex officio war Göran Ohlin (Schweden) der Exekutivsekretär der Kommission, Direktoren des Sekretariats waren Dragoslav Avramović (Jugoslawien) und Jan Pronk (Niederlande).

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hochspringen↑ Judith Michel: Willy Brandts Amerikabild und -politik 1933 – 1992, (= Dittmar Dahlmann, u.a., Internationale Beziehungen. Theorie und Geschichte, Band 6), Bonn 2010, S. 429.
  2. Hochspringen↑ Willy Brandt: Hilfe in der Weltkrise. Ein Sofortprogramm. Der 2. Bericht der Nord-Süd-Kommission, Reinbek 1983, S. 165.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

http://de.wikipedia.org/wiki/Nord-S%C3%BCd-Kommission


Der frühere Bundeskanzler Willy Brandt  (Bild: AP)
Der frühere Bundeskanzler Willy Brandt (Bild: AP)

Auswege aus dem Armutsdesaster

Willy Brandt: “Das Überleben sichern. Bericht der Nord-Süd-Kommission”. Kiepenheuer & Witsch 1982

Von Mirko Smiljanic

Unter dem Titel “Brandt-Report” forderten die Mitglieder der Nord-Süd-Kommission 1980 eine stärkere Integration der armen Länder in die Weltwirtschaft, verlangten gleichzeitig aber von den reichen Nationen ein stärkeres finanzielles Engagement. Gedanken, die auch heute noch erstaunlich aktuell sind.

So etwas hatte es noch nie gegeben: Als am 12. Februar 1980 Willy Brandt den Vereinten Nationen den Abschlussbericht der Nord-Süd-Kommission vorlegte, ging eine Welle der Begeisterung durch die Welt. Lehrer und Professoren an Schulen und Universitäten diskutierten den 380 Seiten langen Report; landauf, landab organisierten Volkshochschulen und Kirchen Foren einzig mit dem Ziel, die Thesen von Olof Palme, Eduardo Frei, Edward Heath, Rodrigo Botero, Adam Malik und einigen anderen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der Brandt-Report hatte eine befreiende Wirkung, formulierte er doch auf hohem politischen Niveau, was damals intellektueller Mainstream war: dass der Norden den Süden ausbeutet – und er formulierte Auswege aus dem Desaster.

Willy Brandt: “Inzwischen ist es, glaube ich, von entscheidender Bedeutung, dass die Länder der Dritten Welt nicht den Eindruck bekommen dürfen, als seien sie nur Bauern auf den strategischen Schachbrettern der großen Mächte.”

Die Kommission verfolgte zwei Zielrichtungen: Erstens ging es darum, den Mechanismus der wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheit zwischen dem reichen Norden und dem armen Süden aufzuzeigen – wobei Brandt schon damals das vereinfachende Bild ‘reicher Norden – armer Süden’ kritisierte: Zum Süden zählten auch reiche Länder wie Australien und Neuseeland, und am Horizont machte sich schon damals Brasilien als Schwellenland bemerkbar. Und zweitens wollte die Kommission konkrete Vorschläge unterbreiten, um die beide Hemisphären politisch, ökonomisch und sozial zu versöhnen.

Ob es uns passt oder nicht: Wir sehen uns mehr und mehr Problemen gegenüber, welche die Menschheit insgesamt angehen, sodass folglich auch die Lösungen hierfür in steigendem Maße internationalisiert werden müssen. Die Globalisierung von Gefahren und Herausforderungen – Krieg, Chaos, Selbstzerstörung – erfordern eine Art ‘Weltinnenpolitik’, die über den Horizont von Kirchtürmen, aber auch nationalen Grenzen weit hinausreicht.

Ambitionierte Ideen angesichts einer sich dramatisch zuspitzenden ‘Weltinnenpolitik’: Die Sowjetunion führte Krieg in Afghanistan, wodurch die Ost-West-Krise den zaghaften Nord-Süd-Dialog wieder einmal in den Schatten stellte. Es war eine denkbar ungünstige Zeit für weitreichende Forderungen. Zu den Wichtigsten zählten die Erhöhung der Entwicklungshilfe auf 0,7 Prozent des Bruttosozialproduktes, ein internationales Abkommen zur Sicherung der Energieversorgung, ein Nahrungsmittelprogramm für die ärmsten Länder, eine Reform des Weltwährungssystems, die Liberalisierung des Welthandels und eine internationale Steuer, die den Ländern der Dritten Welt zugutekommen sollte. Radikale Forderungen, die sich nur mühsam durchsetzen lassen würden – was Brandt übrigens schon damals durchaus bewusst war. Vorschläge wie der, Gewinne aus dem internationalen Waffenhandel in Entwicklungsprojekte umzuleiten, wirken aus heutiger Sicht fast naiv. Und doch hat der Brandt-Report schon damals den Fokus auf Probleme gelegt, die noch heute ungelöst sind.

Willy Brandt: “Dass unsere eigenen – unsere, ich meine der westlichen Welt – wirtschaftliche Zukunft, die Sicherung unserer Arbeitsplätze, besser gesagt: der Arbeitsplätze unserer Kinder und Enkel, in hohem Maße davon abhängt, dass und in welchem Maße unsere wirtschaftliche Verknüpfung mit anderen Teilen der Welt forciert werden kann.”

Und so geschah mit dem Brandt-Report, was Kritiker prophezeit hatten: Die einen, vor allem die mediale Öffentlichkeit, lobte ihn in den Himmel; die anderen, die Entscheider in Politik und Wirtschaft, äußerten Wohlwollen – und ignorierten ihn einfach. Die Verfechter der Nationalinteressen a la Reagan und Thatcher hatten gesiegt. Was sich heute übrigens in konkreten Zahlen widerspiegelt: Statt der geforderten Entwicklungshilfe von 0,7 Prozent werden durchschnittlich nur etwa 0,3 Prozent gezahlt, und die Zahl der in extremer Armut lebenden Menschen verdoppelte sich auf fast 1,5 Mrd. Hat also die Nord-Süd-Kommission versagt? Nein, hat sie nicht! Michael Hofmann, ein ehemaliger Mitarbeiter Willy Brandts, stellt dazu fest:

Eine unmittelbare politische Umsetzung der Vorschläge internationaler Kommissionen ist kaum zu erwarten, da sich die Regierenden nicht vorschreiben lassen wollen, was sie zu tun haben. Mittel- und längerfristig können vernünftige Empfehlungen gleichwohl Früchte tragen, weil durch den Problemdruck Bedenkenträger reifen und beweglich werden.

Mirko Smiljanic über den von Willy Brandt herausgegebenen Band “Das Überleben sichern.” Bericht der Nord-Süd-Kommission. 1982 bei Kiepenheuer und Witsch erstmals publiziert, ist das 379 Seiten starke Taschenbuch heute nur noch antiquarisch erhältlich.

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/andruck/1303816/