Fluchtgrund Gewalt: Sie seien von Tür zu Tür durch das Dorf gegangen und hätten gezielt Männer und Jugendliche getötet. Viele Bewohner seien inzwischen geflohen. Der in Bozoum (120 Kilometern von den jüngsten Gefechten entfernt) tätige italienische Missionar, Pater Aurelio Gazzaraweist auch darauf hin, dass „die Spannungen zwischen den verschiedenen Religionsgemeinschaften zunehmen. Dies kommt daher, dass Unbekannte muslimische Gemeinden überfallen, was dazu führt, dass wiederum Seleka-Rebellen christliche Gemeinden angreifen“. „Es ist bisher nicht bekannt, wer den Religionskonflikt schüren will, doch diese Unbekannten bedienen sich verschiedener lokaler Gruppen, die sich vor Ort gut auskennen“. Interessant die unterschiedliche Schuldzuweisung der Zeitung und des Missionars! Wer schürt da warum, um was zu destabilisieren? Der Standard macht klar die Muslime verantwrtlich, der christliche Missionar sieht das erheblich anders! Und man sieht, die meisthier wird nicht zuerst die Flucht als Lösung gesehen, sondern innerafrikanische Friedensanstrengungen, Versöhnung zwischen Christen und Muslimen!

Fast 50 Tote bei Unruhen in Zentralafrika

9. Oktober 2013, 18:34

Kämpfe zwischen Ex-Rebellen und Dorfbewohnern im Nordwesten

Bangui – Bei Unruhen im Nordwesten der Zentralafrikanischen Republik sind nach Militärangaben fast 50 Menschen getötet worden. Dutzende weitere seien am Dienstag bei Kämpfen zwischen Mitgliedern der früheren Rebellengruppe Seleka und Dorfbewohnern verletzt worden, hieß es am Mittwoch aus Militärkreisen. Die meisten Opfer seien “kaltblütig in ihren Häusern” getötet worden. Am Mittwoch hätten die Kämpfe aufgehört.

Die Ex-Rebellen hatten den Angaben zufolge in dem Dorf Garga, rund 200 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bangui, einen Stützpunkt eingerichtet. Sie hätten den Einwohnern des Dorfes “ihre Gesetze aufgezwungen” und die Arbeit in der örtlichen Mine verhindert. Deshalb hätten die Bauern Selbstverteidigungsgruppen gegründet und den Stützpunkt am Montag angegriffen. Die Séléka-Mitglieder hätten wiederum mir Gewalt geantwortet. Sie seien von Tür zu Tür durch das Dorf gegangen und hätten gezielt Männer und Jugendliche getötet. Viele Bewohner seien inzwischen geflohen.

Die Seleka-Bewegung hatte Ende März die Macht in Zentralafrika übernommen. Seither rutscht das Land zunehmend in Gewalt und Chaos ab. Die jüngsten Auseinandersetzungen zwischen den muslimischen Seleka-Mitgliedern und den Dorfbewohnern, die zur christlichen Bevölkerungsmehrheit gehören, nähren Sorgen um eine Zunahme religiöser Spannungen in dem Land. (APA, 9.10.2013)

http://derstandard.at/1379293644089/Fast-50-Tote-bei-Unruhen-im-Nordwesten-von-Zentralafrika

AFRIKA/ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK – Sechzig Tote bei neuen Ausschreitungen: „Unbekannte versuchen religiöse Konflikte zu schüren“

Bangui (Fidesdienst) – Mindestens 60 Menschen starben zwischen dem 8. und 9. September bei neuen Ausschreitungen im Nordwesten der Zentralafrikanischen Republik, insbesondere in der Umgebung von Bossangoa. Dies teilt ein Sprecher des Präsidenten Michel Djotodia mit, der bekräftigt, dass es sich bei den Angreifern um Anhänger des gestürzten Präsidenten Bozize handelt.
Im Gespräch mit dem Fidesdienst erläutert der in Bozoum (120 Kilometern von den jüngsten Gefechten entfernt) tätige italienische Missionar, Pater Aurelio Gazzara, die Hintergründe: „Soviel ich weiß, sind an den Gefechten verschiedene bewaffnete Gruppen beteiligt“, so der Ordensmann, „Es handelt sich sowohl um Soldaten des ehemaligen Präsidenten als auch um Rebellen der „Armée Populaire pour la Restauration de la Democratie“ (APRD). Diese Gruppe hatte unter dem Regime Bozize begonnen, die Waffen niederzulegen, doch nach der Machtübernahme der Seleka-Koalition, griff ein Teil der APRD-Rebellen wieder zu den Waffen. Außerdem sind die Einwohner des Landes nach monatelanger Gewalt und Plünderungen durch die Seleka-Rebellen sehr aufgebracht“.
Der Missionar weist auch darauf hin, dass „die Spannungen zwischen den verschiedenen Religionsgemeinschaften zunehmen. Dies kommt daher, dass Unbekannte muslimische Gemeinden überfallen, was dazu führt, dass wiederum Seleka-Rebellen christliche Gemeinden angreifen“. „Es ist bisher nicht bekannt, wer den Religionskonflikt schüren will, doch diese Unbekannten bedienen sich verschiedener lokaler Gruppen, die sich vor Ort gut auskennen“, so P. Gazzera abschließend. (LM) (Fidesdienst, 10/09/2013)

http://www.fides.org/de/news/32661-AFRIKA_ZENTRALAFRIKANISCHE_REPUBLIK_Sechzig_Tote_bei_neuen_Ausschreitungen_Unbekannte_versuchen_religioese_Konflikte_zu_schueren#.UlWVaZN-c7o

Zentralafrika: Lagebericht eines katholischen Missionars

Lagebericht eines Missionars: Auch Rebellen kommen in die Zahnarztpraxis der Missionare

Bangui (Fidesdienst) – „In Bozoum sind die Rebellen schon vor einiger Zeit angekommen, doch bisher halten sich die Schäden in Grenzen, denn hier gibt es ein Konsulat der Republik Tschad und die Rebellen (bei denen es sich vor allem um Milizionäre aus dem Tschad und dem Sudan handelt) sind gehorsam“, so der Pater Aurelio Gazzara zum Fidesdienst, der seit 1992 als Missionar in der Zentralafrikanischen Republik tätig ist und dort seit 2003 in Bozoum, einer Kleinstadt mit rund 25.000 Einwohnern, rund 400 Kilometer von der Hauptstadt Bangui entfernt lebt und arbeitet. Die Situation in der Zentralafrikanischen Republik ist chaotisch, seit die Rebellen des Seleka-Bündnisses im März den Präsidenten Bozizé stürzten.
„In der Stadt kommt es immer wieder zu Schusswechseln und Machtkämpfen oder auch zu Morden und anderen Verbrechen… Es gab Plünderungen in den Büros staatlicher Behörden und Kasernen, doch dank des Einflusses muslimischer Geschäftsleute und der Präsenz der Missionare halten sich die Schäden in Grenzen“, so Pater Aurelio.
Neben Pater Aurelio ist in Bozoum noch ein weiterer italienischer Missionar, Pater Norberto aus Lecco sowie fünf Missionsschwestern der Franziskanerinnen vom fleischgewordenen Wort (drei Italienerinnen, eine Schwester aus Uruguay und eine einheimische Schwester) tätig.
„Wir blieben bisher verschont, abgesehen von einem Auto, das man uns gestohlen hat“, so der Missionar weiter. „Hier in Bozoum wurden bereits am 3. April, nach den Osterferien, die Schulen und das Waisenheim wieder geöffnet.“
„Auch unsere Zahnarztpraxis funktioniert. Angst hat unser Krankenpfleger Samuel nur, wenn Rebellen kommen, um sich die Zähne behandeln zu lassen“, berichtet der P. Aurelio.
„Dieses Jahr hat die Regenzeit pünktlich eingesetzt und wir hoffen, dass wir trotz Chaos im ganzen Land, die Felder bewirtschaften können“, so der Missionar abschließend, der allen dankt, die „mit ihrer Unterstützung, ihrer Verbundenheit und dem Gebet unsere Sorgen teilen. Zentralafrika braucht ein weiteres Mal einen solchen Beistand!“. (LM

AFRIKA/ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK – Bischof von Bangassou: „Wir müssen uns vor allem um Aussöhnung bemühen“

Bangui (Fidesdienst) – „Gestern wurde ein Anführer der Seleka-Rebellen, die Bangassou in Angst und Schrecken versetzten zusammen mit fünf seiner Anhänger und 60 Rebellen an Bord eines Flugzeugs nach Bangui gebracht, wo sie vor ein Gericht gestellt werden sollen“, so Bischof Juan José Aguirre Munos von Bangassou im Südosten der Zentralafrikanischen Republik, wo es seit dem 1. Oktober zu Unruhen gekommen war, nachdem sich die Einheimischen gegen die Unterdrückung der Rebellen gewehrt hatten (vgl. Fidesdienst, 01/10/2013).
„Bei den Unruhen starben mindestens 12 Personen und die Lage war sehr angespannt, so dass die Regierung in Bangui sich gezwungen sah, mehrere Minister und Soldaten in die Region zu schicken“, so der Bischof. „Die Soldaten haben den Rebellen und christlichen und muslimischen Bürgern, die sich bekämpft hatten, die Waffen abgenommen. Nun sollen Soldaten der afrikanischen Friedenseinheiten hier stationiert werden, die für die Sicherheit der Stadt garantieren sollen“.
„Doch vor allem müssen wir uns nun um Aussöhnung bemühen“, betont der Bischof, „aus Bangui kam auch eine Delegation eines interreligiösen Forums zu uns. Wir werden Ausschüsse in die verschiedenen Stadtviertel schicken, die sich dort nach den tragischen Ereignissen um Vergebung und Toleranz bemühen sollen“, so Bischof Aguirre abschließend.
Unterdessen unterzeichneten Katholiken und Protestanten des Landes einen „Appell für Bangui“, in dem sie die christlichen Gläubigen um Engagement für Frieden und Aussöhnung mit muslimischen Bürgern bitten. (LM) (Fidesdienst, 08/10/2013)

http://www.ead.de/nachrichten/nachrichten/einzelansicht/article/zentralafrika-lagebericht-eines-katholischen-missionars.html

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